Engineering-High-Tech-Cluster Fulda e.V.

18.05.2021

„Mitarbeiter der wichtigste Erfolgsfaktor“ - Manfred Hahl und Simon Weber geben Einblick in ihre Erfolgsstrategien

Mit einem neuen Veranstaltungsformat gingen die beiden Netzwerke Zeitsprung IT-Forum Fulda und Engineering-High-Tech-Cluster in dieser Woche dem „Geheimnis erfolgreicher Unternehmen“ auf den Grund. Die jeweiligen Vorsitzenden der Vereine, Simon Weber und Manfred Hahl, gaben zur Premiere des Unternehmer-Talks einen offenen Einblick in ihre Methoden der Unternehmensführung.

Im Fokus stand dabei vor allem der Umgang mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese seien der wichtigste Erfolgsfaktor für Unternehmen, waren sich Hahl und Weber einig. Generell ließen sich im Laufe des 90-minütigen Talks viele Parallelen zwischen beiden Unternehmern erkennen.

Manfred Hahl, der zwischen 1996 und 2020 die Belegschaft bei FFT von etwa 450 auf 2.800 steigern konnte, sieht „Respekt, Wertschätzung und Ehrlichkeit“ im Umgang mit den Mitarbeitern als Schlüssel für langfristigen unternehmerischen Erfolg. Dazu müssten aber auch unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden. „Entscheidend ist aber, dass man immer eine positive Perspektive aufzeigt“, so Hahl, der nach seinem Rückzug aus der Geschäftsführung nun dem FFT-Aufsichtsrat angehört und als selbstständiger Unternehmensberater aktiv ist.

Auch für Simon Weber sind offene Kommunikation und transparente Entscheidungen von großer Bedeutung. „Authentizität ist das wofür wir stehen und was uns erfolgreich macht“, erklärt der Bytewerk-Geschäftsführer. „Unser Unternehmen ist gerade in den beiden letzten Jahren stark gewachsen, von 20 auf 30 Mitarbeiter“. Daher komme dem Recruiting eine ganz besondere Bedeutung zu - und natürlich spiele auch hier die Authentizität eine entscheidende Rolle. „Wir stellen nur ein, wer zu uns passt“, so Weber. Dabei sei ein Kriterium etwa, ob sich das bestehende Team vorstellen könne, mit der neuen Kollegin oder dem neuen Kollegen abends ein Bier trinken zu gehen. Dieser „Spirit“ sorge auch bei Bewerberinnen und Bewerbern für Begeisterung und sei auf der Suche nach begehrten IT-Fachkräften ein echtes Ass im Ärmel. Mit ungewöhnlichen Stellenanzeigen, wie der Suche nach der „Eierlegenden Wollmilchsau“ gelinge es außerdem, eine große Verbreitung und viel Resonanz zu erreichen. „Zu unserem sehr persönlichen Umgang im Team zählen auch Aufmerksamkeiten, wie besondere Geburtstagsgeschenke“, erklärt Simon Weber. Diese seien ein Ausdruck von Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber und würden auch so wahrgenommen werden.

Bei der Frage, wie Verantwortung im Unternehmen geteilt werden kann, haben Weber und Hahl ebenfalls ähnliche Sichtweisen. „Vertrauen ist entscheidend“, sind sich Beide einig. Dieses Vertrauen dürfe sich aber nicht nur auf die Führungskräfte im Unternehmen beschränken, sondern müsse für alle Mitarbeiter gelten. Dieser Grundsatz treffe auch für große, international agierende Unternehmen wie FFT zu.  „Ich habe beispielsweise auch immer großes Vertrauen zu unseren FFTlern in China gehabt“, so der Vorsitzende des Engineering-High-Tech-Clusters.

Letztlich werde aber die Hauptverantwortung immer von der Unternehmensführung getragen. „Den Erfolg verantworten die Mitarbeiter, den Misserfolg die Chefs“, lautet die Devise von Manfred Hahl. Daher sei die Rolle des Unternehmers durchaus anspruchsvoll. Die Frage von Moderator Markus Hillenbrand, ob man Unternehmer zu sein lernen könne, beantworten beide Gesprächspartner mit „nein“. Grundsätzlich könne man sich natürlich viel aneignen und persönlich weiterentwickeln, dennoch bleibe es letztlich eine Typ-Frage, ob man sich als Unternehmer bzw. Unternehmerin wohlfühle oder nicht, führt Simon Weber aus.

Am Ende des kurzweiligen 90 Minuten-Talks, der live aus der Bar des Hotels Platzhirsch gesendet wurde, bedankten sich Petra Koch, Vorstandsmitglied des Vereins Zeitsprung und Christian Vey, Geschäftsführer des Engineering-High-Tech-Clusters bei allen Beteiligten für die „gelungene Premiere, die Lust auf mehr macht“.

Für die nächste Auflage des Formats suchen die beiden Netzwerke nun weitere Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Erfolgsstrategien teilen möchten.